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LGB - LGB Insolvent
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437865,00.html
Zitat:
Modellbahn-Hersteller vor dem Aus
Vor einigen Monaten rettete ein britischer Finanzinvestor Märklin gerade noch so vor der Pleite, jetzt steckt der nächste Modellbahnhersteller tief in der Krise. Die Nürnberger LGB hat Insolvenz angemeldet. Dabei lässt sich mit den Miniatur-Eisenbahnen mit etwas Mühe durchaus noch Geld verdienen.
Nürnberg - Günther Kreuch vom Wirtschaftsreferat fürchtet um den Ruf Nürnbergs als Spielzeugstadt. "Eine Insolvenz von Lehmann-Groß-Bahn würde für uns mehr bedeuten als den Verlust von 150 Arbeitsplätzen", sagt er. Es gebe zwar noch die Spielzeugmesse und den Spielzeughandel, doch viele Hersteller seien schon in Billiglohnländer abgewandert. Lehmann-Groß-Bahn (LGB) stellt seine Modellloks noch in seinem Werk in Nürnberg-Altenfurt her.
Darum wolle die Stadt auch weiter nach einer "Perspektive für das Unternehmen und die Arbeitsplätze" suchen und einen Ausweg aus dem Insolvenzverfahren finden, erklärt Kreuch. Bereits nach ersten Meldungen über die schlechte Finanzlage des Unternehmens, habe man zwischen Kreditinstituten und LGB vermittelt - bisher erfolglos.
Der Spielzeughersteller gab vor allem den Banken die Schuld an der Pleite. Die Kreditinstitute hätten zum Monatsbeginn nicht nur sämtliche Firmen-Konten gesperrt, sondern auch alle Auslieferungen des Lagerbestands untersagt. Auch als das Unternehmen durch den Verkauf der verlustträchtigen US-Tochter frisches Geld in die Firmenkasse gebracht habe, hätten die Geldinstitute die Konten nicht freigegeben.
LGB ist nicht der einzige Modellbahnhersteller, der in Schwierigkeiten ist. So mancher Hersteller tut sich schwer damit, sich gegen die zunehmenden Konkurrenz auf dem Spielzeugmarkt durchzusetzen. Und die Produktionskosten sind traditionell hoch - ein Großteil der Bahnen wird in Handarbeit gefertigt. Marktführer Märklin war deshalb im Mai gerade noch einmal der Insolvenz entgangen, weil der britische Finanzinvestor Kingsbrigde das Traditionsunternehmen übernahm. Kurze Zeit später musste auch der Märklin-Hauptkonkurrent, der österreichische Hersteller Roco, Insolvenz anmelden.
Doch es gibt Hoffnung: Zumindest Marktführer Märklin geht es besser. Das Unternehmen habe entgegen dem Branchentrend im ersten Halbjahr 49,2 Millionen Euro Erlöse erwirtschaftet, ein Umsatzplus von vier Prozent, hieß es heute aus dem Unternehmen. "Im Auftragseingang liegen wir sogar mehr als sechs Prozent über der Vorjahresperiode, und auch im operativen Ergebnis haben wir uns verbessert."
Auch LGB sucht nun nach neuen Partnern. Vor allem möchte man mit dem traditionsreichen Namen punkten. Vor 125 Jahren wurde die Firma zunächst unter dem Namen "Ernst Paul Lehmann" gegründet. Der große Erfolg kam aber erst mit der Erfindung der ersten Modellbahn für drinnen und draußen im Jahr 1968. Inzwischen setzt das Unternehmen vor allem auf Größe: Die LGB-Bahnen sind viermal so groß wie gängige Modellbahnen. Und auch einen Weltrekord hält die fränkische Firma: Sie produziert die größte serienmäßig hergestellte Modellbahn der Welt im Verhältnis 1:22,5.
bay/AP
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